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Wir empfehlen: | |||||||||||||
e) Otto Mann: Lessing. Sein und Leistung. 1961
Doch ist die höhere, urban ästhetische Bildung nicht
gleichgültig. Lessing spricht weniger von ihr, als daß er sie
verwirklicht und vorbildlich macht. Er ist der gebildete Schriftsteller
höchsten Ranges, der Meister der Prosa, der wahre Schöpfer einer
überfachlich geistigen Sprache ohne Preisgabe von Genauigkeit und Gehalt,
und er betont in seinem Kampf gegen Goeze, daß er dies weiß. In
seinen Dramen gibt er nicht nur einem Menschen, sondern auch einem so hoch
gebildeten Menschen Ausdruck, wie ihn unsere Dichtung seit dem
mittelhochdeutschen Gipfel nicht mehr gekannt hat. Der Mensch ist hier als
Bewußtsein und Form erst ganz bei sich selbst, ist seiner selbst Meister,
nimmt alle Wirklichkeit in sich auf und bringt sie in sich zum Erklingen und
Aufleuchten. Hierfür hatte die deutsche Dramatik noch kein Vorbild; hier
sind nur die großen klassischen Muster, von der Antike bis zu den
Franzosen, heranzuziehen. Gryphius bringt, hieran gemessen, nur die gebildete
Rede; Lessing bringt uns das gebildete Sein.
VI. Quellenverzeichnis
Lessing:
Wolfgang Drews, rororo bildmonographien,
ISBN 3 499 50075 2
Lessing:
Jürgen Jacobs, Artemis Einführungen, Artemis
Verlag München und Zürich,
ISBN 3-7608-1327-5
Lexikon deutschsprachiger Schrifsteller, Band 3
L-Sa:
Scriptor Verlag Kronberg
ISBN 3-589-00063-5
Erläuterungen zu Minna von
Barnhelm:
Königs Erläuterungen und
Materialien
ISBN 3-8044-019-2
Lessings Leben und Werk in Daten und
Bildern:
Kurt Wölfel, Insel Verlag
VII.
Worterklärungen
Polemik:
[grch.] die, (wissensch.) Streit;
Streitkunst
Anakreon:
grch. Dichter, + um 500 v.Chr.; schrieb Trink-
und Liebeslieder
Epigramm:
[grch. “Aufschrift”] das, kurzes,
geistreiches oder witziges Gedicht; bei den Griechen zuerst Aufschrift auf
Denkmälern, seit dem Humanismus in der dt. Dichtung
“Sinngedicht”, oft mit satir. Spitze. Blütezeit in der Klassik:
Kästner, Lessing, Herder, Goethe, Schiller
Autodidakt:
[grch.] der, durch Selbstunterricht
Gebildeter
Manifest:
[lat.] das, 1) öffentl. Erklärung,
Programm 2.) Seerecht: Verzeichnis der verladenen
Güter
Distichon:
[grch.] das, Strophe au 2 versch. Versen;
meist Hexameter und Pentameter, z.B.: Im Hexameter steigt des Sprinquells
flüssige Säule, / Im Pentamter drauf fällt sie melodisch ab
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