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Lessing, Gotthold Ephraim (1729-1781)

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VIII. Zusammenfassung
a) Charakter
An Lessings eigenen Briefen und Zeugnissen seiner Freunde läßt sich ablesen, daß er es mit sich selbst nicht immer leicht hatte und daß er seiner Umwelt bisweilen Rätsel aufgab. Ein auffälliger Zug seines Charakters ist eine nervöse Unruhe, eine rastlose Unzufriedenheit, die nach Ortsveränderungen drängt. Lessings Unruhe zeigt sich schon im Alltäglichen. Es wird überliefert, er habe im Theater nie vermocht, einer ganzen Vorstellung seine Aufmerksamkeit zu widmen, ging ab und zu, sprach mit Bekannten, oder hing seinen Gedanken nach. Seine Vorliebe für den Aufenthalt in Kaffeehäusern und Weinkellern und seine Neigung zum Glücksspiel erklären sich offenbar aus Ablenkungs- und Kompensationsbedürfnissen. Die innere Unrast spiegelt sich auch in der Art von Lessings geistiger Produktivität. Viele Zeugnisse sprechen von Ablenkbarkeit und Ungeduld, von einem Mangel an Konsequenz in der Durchführung begonnener Arbeiten. Nicolai berichtet bei Lessing von einer Lust am Widerspruch, in der sich sein brillianter Verstand selbst genoß und seine Kräfte schulte. Dieser skeptische, spielerisch experimentierende Diskussionsstil konnte schlichtere Gemüter leicht verwirren. Daß Lessings Vorliebe für den Widerspruch nicht bloß ein dialektischer Kunstgriff, nicht nur eine Stimulans des Denkens und Redens war, sondern daß ihr eine gute Portion Lust am intellektuellen Streit, an der gezielten Attacke und am Niederzwingen des Gegners wirksam war, das zeigen die berühmten Kontroversen mit Gottsched, Gotthold, Lange, Klotz und Götze. Lessings Polemik ist wendig, witzig und glanzvoll, aber sie ist oft auch einseitig, ungerecht und persönlich verletzend.
Lessings Prosa ist körnig und elegant, gelenkig und gescheit, volkstümlich und gelehrt, urdeutsch und weltläufig. Lessings Werk ist Konfession, wie sein Leben. Er liefert eine Galerie von Selbstporträts, in kräftigen Farben gemalt als Gestalten, die ihm gleichen, leicht und spielerisch hingetupft, wie im Skizzenbuch zwischen den Zeilen beiläufig eingestreut, in knappen Konturen sicher umrissen. Sie “lessingieren” alle, sagt Friedrich Schlegel. “Seine Stücke sind er selbst; seine Wesenheit, Form geworden.”, sagt Hoffmannsthal.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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