Title:

Lessing, Gotthold Ephraim (1729-1781)

Home
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>|
  Wir empfehlen:       
 

II. Lessings Leben

a) Kindheit, Jugend und Studienzeit (1729-1752)
Wie die meisten deutschen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts stammt Lessing aus einem evangelischen Pfarrhaus. Der Vater, Johann Gottfried Lessing, war 1734 zum Pastor primarius an der Hauptkirche St. Marien zu Kamenz in Sachsen berufen worden. Kamenz ist eine Stadt von zweitausend bis dreitausend Einwohnern. Seit langem die ärmste unter den sechs Städten der Oberlausiz, die bei wechselnder Herrschaft schwere Verluste erlitten haben. Die Stellung war ansehnlich, doch das Gehalt kärglich. Im Hause des Pastors herrschten jahrzehntelang ökonomische Bedrängnisse, zumal sich im Laufe der Jahre zwölf Kinder einstellten. Wie ein Dorfbub wächst der Theologensohn mit dem frommen Namen Gotthold Ephraim in den schmalen, hügeligen Gassen heran.Wein rankt am Pfarrhaus, daneben steht die gotische Kirche, liegt der alte Friedhof. Der Geburtstag ist der 22. Januar 1729. Von 1737 bis 1741 besuchte Lessing die Lateinschule seiner Vaterstadt, anschließend bis 1746 die Fürstenschule St. Afra zu Meißen, für die der Vater beim Kurfürsten Friedrich August von Sachsen ein Stipendium erwirkt hatte. In der Meißener Anstalt herrschte ein strenges Regiment: wöchentlich 32 Stunden (davon 15 Latein), darüber hinaus 25 Stunden Gottesdienst, alle 2 Jahre gab es 14 Tage Ferien. Lessing war ein hervorragendern Schüler. Im September 1746 bezog Lessing die Universität Leipzig, um dort das von den Eltern gewünschte Theologiestudium zu beginnen. Die akademischen Lehrer beeindruckten ihn wenig, er wechselte von einem zum anderen und bedachte sie mit Spott. Lessing hatte kurz nach seiner Ankunft in Leipzig mit schriftstellerischen Arbeiten begonnen. Eine unwiderstehliche Neigung zog ihn zum Theater. Im Januar 1748 wurde das dreiaktige Lustspiel “Der junge Gelehrte” aufgeführt. Diese Umtriebe mußten die Eltern in höchste Unruhe versetzen: Der Freund windiger Komödianten und der Verfasser von Bühnenstücken, die das Gelächter des Pöbels zu erregen suchten, drohte die schöne Hoffnung zu ruinieren, er werde einstmals wie sein Vater die Kanzel des Pastor primarius ersteigen. Der Vater rief Lessing unter dem Vorwand seine Mutter läge im Sterben nach Hause, wo er ein halbes Jahr verbringen mußte, bevor man ihn wieder nach Leipzig gehen ließ. Die väterlichen Mahnungen bewirken aber nicht viel. Er wandte sich nach Berlin, wo ihm Vetter Mylius die Mitarbeit an Journalien vermitteln konnte. Für einen jungen mittellosen Studenten mit literarischem Ehrgeiz waren die Aussichten im Berlin des Jahres 1748 wenig günstig. Er schrieb Rezesionen, verfaßte Übersetzungen und arbeitete an neuen Theaterstücken wie “Die Juden” und “Der Freygeist”. Er ließ einen Gedichtband unter dem Namen “Kleinigkeiten” erscheinen und gab zusammen mit Mylius die Zeitschrift “Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters” heraus, von der allerdings nur die vier Stücke des Jahrgangs 1750 erschienen sind. Im Laufe des Jahres 1751 übernahm er den Rezesionsteil der “Berlinischen privilegierten Staats- und Gelehrtenzeitung”, später auch deren monatlich erscheinende Beilage “Das Neueste aus dem Reich des Witzes”. Durch seine Kritiken, etwa durch Ramler und Sulzer, gelang es ihm Aufsehen zu erregen. Der größte Teil der lyrischen Arbeiten Lessings stammt aus dieser Periode.Lessing nahm die Mode der anakreontischen Dichtung auf, die in den vierziger Jahren in Halle aufgenommen war, und tändelte ähnlich wie Gleim und Uz mit den Motiven von Liebe, Wein und Tanz:
Töne, frohe Leier,
Töne Lust und Wein!
Töne, sanfte Leier,
Töne Liebe drein!
Die andere lyrische Gattung, in der sich Lessing versuchte, ist das Epigramm. Auch hier ist in den Themen und in der Form die Anlehnung an die antike Tradition deutlich erkennbar. Gelegentlich finden sich sogar kaum variierte Nachahmungen wie im Falle von Lessings Sinngedicht “Auf den Sextus”, das sich auf Material stützt:

Die, der ein Auge fehlt, die will sich Sextus wählen?
Ein Auge fehlet ihr, ihm müssen beide fehlten.
Die kurze, zur Prägnanz nötigende und auf eine schlagende Pointe angelegte Form des Epigramms hatte für Lessing offenbar besonderen Reiz. Sie entsprach seiner zupackenden Intelligenz, seinem Talent zu effektvoll-bündiger Formulierung und seiner Neigung zu schneidender Kritik. Daraus erklärt sich , daß Lessing auch später noch, bis ans Ende der siebziger Jahre, Epigramme schrieb und eine Theorie der Gattung ausarbeitete, während er zu den anakreontischen Gedichten, die er schon 1751 gesammelt hatte drucken lassen, nicht mehr zurückkehrte. 1752 begab sich Lessing auf Drängen seines Vaters nach Wittenberg, um seine Studien in aller Form abzuschließen. Am 29. April wurde er zum Magister der Philosophie promoviert. Vor allem aber benutzte Lessing diese Wittenberger Jahr dazu, sich als kritischer Kopf in der gelehrten Welt benkannt und gefürchtet zu machen. So ließ er z.B. an einen Hallischen Professor durchblicken, daß er einen Verriß der soeben erschienen Horaz-Übersetzung Samuel Gotthold Langes mit dem Nachweis zahlreicher peinlicher Sprachschnitzer unter der Feder habe.
Wie gerne wünsche ich mir diese Jahre zurück, die einzigen, in welchen ich glücklich gelebt habe (1754)
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>| 

Back to the topic site:
Biografien.org/Startseite/L

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Copyright ©  |  Impressum